LEBEN IN GEFANGENSCHAFT
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Ein böses erwachen

Justin und ich, wir schliefen beide im Wohnzimmer. Ich, wahr mich seit zwei Jahren gewohnt, auf der Polstergruppe zu schlafen, auch wenn ich an etlichen Morgen kaum noch aufstehen konnte.

Die letzten Stunden die ich noch schlafen hätte können, habe ich wohl mit Gedanken drehend und am Fenster stehend verbrachte, immer mit der Angst im Nacken er könnte doch noch nachhause kommen. Ich setzte Wasser auf, für einen Kaffee, denn ich brauche am Morgen meine ruhe und eine Anlaufzeit. Schon bald erwachte auch Justin, das wahr auch gut so, denn wir mussten uns bei unserem Hausarzt vorstellen da die Untersuchungs- Ergebnisse heute da sein sollten.

Und danach hatte ich einige Telefonate zu machen. Es grauste mir jetzt schon davor, denn ich wusste jetzt schon was da auf mich zu kam. Und ich wusste das, wenn ich mit denen über diese missliche Lage, in der ich nun einmal steckte erzählen musste, meine Tränen nicht zurückhalten konnte, und ich schämte mich einfach, Hilfe von fremden anzunehmen.

Nach der Bestätigung durch den Arzt das Justin dieses Drüsenfieber hatte, mussten wir alle Personen benachrichtigen mit denen er näheren Kontakt hatte, den das wahr eine hoch ansteckende Krankheit. Zum guten Glück kam da nur seine Freundin in Frage, diese zeigte bis dahin jedoch noch keine Anzeichen einer Krankheit.

Jetzt wahren die Telefonate an der Reihe. Zuerst wollte ich meinen Psychologen informieren. Den hatte ich ja schon eine weile, wegen meiner Depressionen. Irgendwie erhoffte ich mir, das er uns helfen könnte, das ich Josef nicht mehr ins Haus lassen müsste, falls er das versuchen würde. Aber leider Fehlannahme. Er wahr nicht im Hause, er sei bei einem Notfall. Aber das nette Fräulein versicherte mir, nach dem ich ungefähr erzählen musste, um was es sich handelte, das er mich zurück rufen würde.

Alles gut das half mir jetzt im Moment ja nicht gerade viel weiter. Also kam jetzt die Opferhilfe an die Reihe. Da ich schon bei dem vorherigen Telefongespräch kaum sprechen konnte da es mich wegen Weinkrämpfen schüttelte, musste ich zwei drei Anläufe nehmen, bis ich es

Wirklich wagte und durch klingeln liess.

Die Opferhilfe einfach super!!!
Die Opferhilfe einfach super!!!

Eine mir sehr angenehme Stimme meldete sich

„ Ja wie kann ich ihnen helfen Frau Baumgartner?“ Ich erzählte ihr so ungefähr was sich bei uns zugetragen hatte. Immer wieder stellte sie einige gezielte Fragen wie etwa: „ hat er sie Geschlagen?“ Nein das hat er nicht konnte ich ihr antworten. „Ja hat er sie noch nie geschlagen?“ Darauf musste ich erzählen was an unserem früheren Wohnort passiert wahr. Dann

kam natürlich noch die Frage: „ Besitzt er Waffen?“

Auch das musste ich mit ja beantworten. Da wurde sie ziemlich hellhörig und meinte, ich müsse ihn, wenn ich nicht mehr wolle das er das Haus betritt, eine Anzeige machen. Das fand ich irgendwie übertrieben, denn jetzt im Moment war er ja sowieso nicht hier und ich befürchtete das seine Wut sich dadurch nur steigern würde. Dann solle ich auf jeden Fall morgen bei unserem Dorpolizisten eine Meldung machen, das er Waffen besass, damit die vorbereitet seien, falls irgend etwas sein sollte.

Da es ja Freitag wahr, verabredeten wir uns für Nächste Woche, wo wir alles andere besprechen wollten.

Da sass ich nun wieder alleine. Ich hatte ja schon seit Jahren keine Kollegen mehr, vergessen eine Freundin. Da ich mich wegen meiner Depression immer mehr und mehr zurück zog, war es für Josef ein leichtes sämtliche meiner Kollegen zu seinen zu machen. Nein das ist gar keine Hilfe für mich, dass, weis ich auch selber, dass das auch keine Kollegen wahren, wenn sie nicht zu mir hielten, das weis ich selber auch. Aber jetzt erst bemerkte ich wie alleine ich wahr.

Meine Eltern wollte ich damit jetzt nicht belasten, die hatten bei Gott schon genug zu bewältigen.

Also, es nutzte ja einfach nichts, um mich einwenig ab zu lenken, fing ich weiterhin an, zu packen.

Für einen Monat meine Notunterkunft
Für einen Monat meine Notunterkunft

Das war im Moment wohl das sinnvollste. Jetzt erst überkam mich eine Panik, denn mir wurde mehr und mehr bewusst, das ich niemals alles unter Dach und Fach bringen konnte, innert eines Monates. Alles zu packen eine oder eventuell zwei Wohnungen finden und noch ein ganzes Haus putzen, das eigentlich eine Baustelle wahr. Und eines wusste ich, das Haus würde ich nur in einem Tadellosen Zustand verlassen, denn ich wusste das er alles benutzen würde um mich schlecht zu machen. Das hatte er ja schon bei seinen vier Ehefrauen und seinen Freundinnen so gehabt, wieso sollte es bei mir anders sein?

Bei jedem Auto das irgendwie in die nähe unseres Hauses fuhr, sprangen wir alle ans Fenster, denn uns hing einfach die Angst im Nacken das er wieder auftauchen könnte. Am Nachmittag fuhr ich zu meiner Mutter, auf dem Weg machte ich noch einige Einkäufe für sie und für uns. An einem Kiosk versuchte ich heraus zu finden in welchen Zeitungen es Wohnungs- Angebote gab und deckte mich mit einigen dieser Zeitungen ein.

Wir hatten uns beschlossen, nur Lebensmittel zu kaufen die wir auch auf den Zimmern essen könnten, so könnten wir ihm wenigstens ausweichen, falls er nachhause kam. Eines wusste ich mit Sicherheit, bekochen würde ich ihn auf keinen Fall nicht mehr. Wie habe ich mich aufgeregt Zweimahl am Tag die grössten Menüs zu kochen. Und das, Sommer oder Winter und es wahr im auch egal ob wir das essen konnten oder nicht. Es wurde nur gemeckert, wenn zufiele Resten übrig blieben und vor allen Dingen meckerte er immer das er zufiel Geld ausgeben müsse für die Einkäufe. Das mein ganzes Einkommen von meiner Arbeit und sämtliche Alimenten nur in die Einkäufe von Lebensmittel gingen, das sah er nicht oder wollte er nicht sehen. Na ja er wollte ja so wieso nur sehen, was ihm zugute kam.

Wie ich vermutet hatte, verriet mir meine Mutter das es ein Wahnsinn wahr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in das Spital zu fahren. Die Hitze hätte sie beinahe umgebracht und es sei verrückt, wie fiel zeit das sie für die eigentlich kurze Strecke brauche. Ich hatte das ja gewusst, aber das musste sie selber erfahren, da war sie wie ich, denn mir hätte sie es wohl nicht geglaubt.

Nach dem Besuch bei meinem Vater, dem es so weit ziemlich gut zu gehen schien, entführte ich sie in ein „Bergbeizli“ und wir assen zusammen eine kalte Platte mit Trockenfleisch und Käse. Ich wusste doch genau das sie sich selber nicht kochen würde. Sie genoss es wahr herrlich ihr zu zuschauen.

Ich fuhr sie noch nachhause und trug ihr die Einkäufe in ihre Wohnung. Ich hatte ihr, vorsorglich belegte Brote und zwei Erdbeertortenstücke eingekauft somit war gesichert, das sie nur in den Kühlschrank greifen musste und etwas essen konnte. Bei einem Glas Wein musste ich ihr die Wahrheit erzählen, denn ich wollte nicht das sie es von jemand anders erfahren müsste.

Eineinviertel Stunden Heimfahrt, das ist so lange, wenn einem nur schlechte Gedanken durch den Kopf gehen.