LEBEN IN GEFANGENSCHAFT
LEBEN IN GEFANGENSCHAFT

Ein Monat voller Panik, Angst und Isolation

Isoliert und voller Angst
Isoliert und voller Angst

Auf einmal wahr es ruhig, komisch. Nach einer weile als ich mich leise durch den hinteren Eingang in die Küche schlich, konnte ich mit Erleichterung feststellen das er eingeschlafen wahr. Ich wahr noch vollkommen durch den Wind und musste mich irgendwie beschäftigen.

Also fing ich doch tatsächlich an schachteln mit meinen Sachen zu füllen. Auf eine Art konnte ich selber noch nicht ganz glauben was ich da tat. Wahr es nun entgültig, versuchte er mich wohl zu überreden das ich das ganze rückgängig machen sollte, eventuell fing ich gerade deshalb schon jetzt an zu packen, oder wollte ich ihm einfach zeigen, das ich es wirklich ernst meinte.

Egal auf jeden Fall packte ich mit grossem Eifer. Ein Ohr jedoch war immer im Wohnzimmer, um zu überwachen ob er noch schlief.

Was würden meine Eltern wohl sagen, oder erst recht meine Geschwister. Zwei meiner drei Geschwister wussten ja schon länger das es irgendwann so weit kommen würde und eine meiner zwei Schwestern, der konnte man ja so wieso nichts recht machen.

Na ja, jetzt wahr jedenfalls nichts mehr zu ändern, das spürte ich.

Mit einem Genuss fing ich an in der Küche alles ein zu packen was mir gehörte. Das war nicht schlimm zu unterscheiden was ihm oder mir gehörte denn er hatte mir das immer und immer wieder unter die Nase gehallten, das praktisch alles sein Eigentum wahr.

Als wir uns kennen gelernt hatten und wir zusammen in sein Haus zogen, warf er mit seinen Kollegen schliesslich alles von mir, aus der dritten Etage auf die Strasse und dann auf den Müll. So ungefähr mit der Aussage; solch ein Schrott, brauchst du jetzt nicht mehr, denn du ziehst ja jetzt in meine Villa, da ist alles vorhanden.

Ich kann mich noch gut errinnern, wie bei etlichen meiner gesammelten oder privaten Dingen, ich meine Tränen zurück hallten musste. Aber wie sagt man so schön:

,,Ich hatte wohl die Rosarote Brille auf!“

Ich schämt mich ja schon, als er, das erste mal in meine Wohnung kam. Er, der ein so wunderschönes Haus, mit einer noch schöneren Einrichtung besass. Also konnte ich doch nicht zeigen, das ich meinen Alten Sachen nachtrauerte.

Na ja ich würde schon irgendwie zurecht kommen. Bestimmt würden wir drei uns am Anfang schrecklich einschränken müsse, aber ich hatte schon schlimmere Krisen überwunden, und meine Kinder wahren bei Gott nicht verwöhnt, die würden wahrscheinlich einfach froh sein das dieses „Theater,, ein Ende fand. Schlimmer konnte es nicht werden!

Ich wahr beinahe zu tief, in meinen Gedanken, beinahe hätte ich nicht mitbekommen das er wieder aufgewacht wahr. Schon stand er wieder in der Küche.

Er schaute sich um, stemmte seine Arme in die Hüften und blies sich auf wie ein Kampfhahn und meinte: „Das hättest du mir auch früher sagen können, na ja die Weiber spinnen wider einmal!“

Als er weiter ausholen wollte, wand ich mich wider an ihm vorbei und verzog mich wider in meinen Garten. Erstens konnten da alle Nachbarn sehen, wen er mir zu nahe kam und ich hätte auch einfach abhauen können.

Wieder hörte ich ihn bis in den Garten wie er ausrief, trotz der ca. 100 Meter die mich von der Wohnung trennten.

Als ich hörte wie die innere Wohnungstüre ging, rannte ich hinter das Haus, wo er mich nicht sehen konnte. Es kahm mir kindisch vor, aber das war reiner Selbstschutz.

Da er in der kurzen Zeit, seinen Rausch jedoch noch nicht hatte ausschlafen können, hatte er keine Scham auch draussen in aller Lautstärke weiter zu wettern. Aber das wahr ja nichts neues. Ich denke die Nachbarn hatten schon öfters ihre „Freude.“

Noch drei, vier mal rief er nach mir, da er dann jedoch niemanden hatte mit dem er streiten konnte, verzog er sich  schon bald wieder zurück ins Haus.

Nach einer weile kam er wieder raus, ich kauerte immer noch hinter der Hausecke, da rief er,

“ Ich bin in der Waldhütte, bis ihr euch beruhigt habt, das hält ja keiner aus!“

So besoffen wie er wahr, sass er dann in sein gross angeberisches Auto und fuhr mit einem lauten kreischen davon.

Erst jetzt fing mein ganzer Körper so richtig an zu reagieren. Ich fing an zu zittern, es schien als hätte ich keinen Muskel mehr unter Kontrolle. Ich weinte und wollte ins Haus, weil ich nicht wollte das ein Nachbar mich so sehen sollte, aber meine Beine wollten mir nicht gehorchen.

Nach einer weile, beruhigte ich mich ein bisschen und ich wollte nur noch meine Kinder zusammen trommeln, um ihnen zu sagen das es endlich vorbei sei.

 

Meine Jüngere Tochter Monika konnte ja das ganze mithören da sie in der gleichen Etage wir die Küche ihr Zimmer hatte. Als ich meinem Sohn jedoch rief, bekam ich keine Antwort.

Ich lief die Hölzerne Treppe ins obere Stockwerk, wo sich ja eigentlich ausser dem Elternschlafzimmer, nur eine Baustelle befand. Seit vier Jahren wohnten wir jetzt hier es wahr wirklich noch kein Raum fertiggestellt. Am Anfang arbeitete er noch voller Freude an dem alten Bauernhäuschen. Jedoch ungefähr nach einem Jahr liess die Freude ziemlich schnell nach. Mann muss sich das so Vorstellen, im ganzen Haus gab es Zwei Kleiderschränke wobei viertüriger und ein dreitüriger. Der Grosse gehörte alleine Josef, für seine fielen Kleider. Für mich und meinen Sohn wie für alle Bett wie Küchenwäsche Badetücher usw. gab es demzufolge noch den dreitürigen Schrank.

Aber er meinte ja immer ich könne ja seine Kleider anziehen, da bräuchte ich ja auch keinen Schrank. Irgendwo noch einen Schrank zu stellen war auch nicht möglich, den die Räume standen ja noch im Rohbau und überall lagen Bauholz und sonstiges Baumaterial kreuz und quer im Weg. Nicht das ich das nicht alleine hätte wegräumen können, nein aber das lies er ja nicht zu, denn gleich morgen würde er weiter machen.

Als ich mich nun durch das Baustellen Gewirr zu meinem Sohn durchschlug, in sein Zimmer ging, das bis dahin noch keine Abschluss Türe hatte, traf ich ihn bleich wie ein Leinentuch im Bett liegend. Ich erschrak denn ich musste feststellen das er seine Tränen unterdrückte und mit vorwurfsvoller Stimme meinte: „ Ich habe dir geklopft ich habe die ganze Zeit auf den Boden geklopft mir geht es gar nicht gut!“ Das sah man. Ich kenne meinen Sohn so gut das ich sah das er Fieber hatte und es ihm wirklich gar nicht gut ging. Als ich Justin nach seinen Beschwerden fragte, meinte er, er könne nicht aufstehen er habe die Krafft nicht und seine Beine währen total verkrampft. Ihm währe übel und er habe ein wahnsinniges Kopfweh.

Zusammen brachten wir es dann fertig ihn aus seinem Matratzenlager zu holen.

Ja es ist wirklich so seit vier Jahren schlief er nur noch auf einer Matratze, weil mir mein Geld einfach nicht reichte um ein Bett zu Kaufen. Ja ein Bett in der Brockenstube hätte ich auf jeden Fall bekommen aber er hatte ja auch seine Vorstellungen. Und da meine Kinder ja nicht gerade das leben führen mussten, das sie sich wohl ausgesucht hätten, versuchte ich ihnen solche wünsche irgendwie zu erfüllen. Und wenn das auch geheissen hat, das ich dafür Männerkleider tragen musste.

Irgendwie brachte ich Justin dann über die Knarrende abgelaufene Treppe ins Wohnzimmer und auch meine Tochter war jetzt bei uns. Mir gefiel das ganze, ganz und gar nicht. Zusammen beschlossen wir den Arzt an zu rufen, aber wie es sein musste, der wahr in den Ferien. Also versuchte ich es beim Notarzt. Nachdem ich ihm genau erläuterte welche Probleme mein jüngster hatte, meinte der ich solle gleich ins Spital fahren, sie würden mich dort anmelden.

Nach einigem auf und ab, da mein lieber Justin, absolut nicht ins Spital wollte, verfrachteten wir ihn dann ins Auto und fuhren die dreissig Minuten ins Nachbar Dorf. Ich kannte mich in dem Gebäude ja ziemlich gut aus, durch meine Jahrelange Rückengeschichte. Daher steuerten wir auch gleich die Notaufnahme an. Ich spürte wie 

Justin die Krafft nach lies und wahr froh, als er sich auf einer Liege hinlegen durfte.

Irgendwie fühlte ich mich wie in einem Alptraum. Schon wieder im Spital. Nur gut das ich ein Mensch bin der das Leben so nimmt wie es gerade kommt. Sich auf zu regen verändert ja sowieso nichts. Und der Junge wollte das ganze ja nicht mit Absicht.

Auf jeden Fall, ging dann alles, Schlag auf Schlag. Doch als sie ihm eine Infusion legen wollten, kam sein Vater umrissverständlich zum forschein. Der konnte jedoch nicht einmal eine Spritze sehen, fiel er in Ohnmacht. Das konnte mein junge inzwischen über sich ergehen lassen. Das jedoch auch nur weil er monatlich eine Sensibilisierung gegen die Wespen Allergie machen musste. Das anlegen einer Kanüle jedoch wahr fiel schlimmer da stachen sie ja nicht nur in die haut, nein in eine Vene, das war fiel schlimmer!!

Als er das alles endlich über sich ergehen lies, konnte ich an die Anmeldung und seine Personalien angeben. Ich kam gerade wieder in die Nähe des Abteils wo mein Sohn vor meinem gehen noch gelegen hatte, als ich eine Schwester aus dem daneben liegenden Zimmer rufen hörte es solle ihr doch jemand helfen. Eine Schwester eilte in das Zimmer und als ich einen Blick in das Zimmer warf, Lag mein Sohn auf dem Röntgenbett und beide Schwestern hielten ihm die Beine in die Höhe. „ Er ist uns zusammen gebrochen als wir seine Lungen wegen der Atemnot Röntgen wollten. Ganz belämmert kam er auch in kürze wider zu sich. Er verstand natürlich die Wellt nicht mehr und verband diesen Vorfall mit der Infusion.

Nach sämtlichen Abklärungen, stellte es sich heraus, dass das die folgen des Pfeiferischen Drüsenfiebers wahren. Das auch noch!

Das hiess, das er, vier bis acht Wochen zuhause bleiben musste, und das bei einem Blitz Umzug und vor allem bei einer fast unmöglichen Wohnungs- suche.

Wir durften also wieder zusammen nachhause fahren. Nachhause.

Wahr er wohl wider dort?

Wenn er nur in eine Beiz gefahren wahr, würde er jetzt wieder auf dem Sofa sitzen, wie gewöhnlich mit seinem Glas Wein. Meiner Tochter habe ich ja geraten sie solle sich in ihrem Zimmer einschliessen. Aber ich musste mich wieder mit dem Besoffenen Kerl herum schlagen. Langsam hatte ich das Gefühl die Kraft nicht mehr aufbringen zu können.

Ich hatte ein ganz komisches Gefühl auf der Heimfahrt und durfte mir ja nichts anmerken lassen, denn ich wollte meinen Sohn nicht noch mehr belasten.

Alls ich um die Ecke des Nachbarhauses schauen konnte, fielen mir zwei Zentner von der Kehle, es stand kein Auto vor dem Haus. Ich lud meinen Jungen beim Eingang aus und stellte das Auto an die Hauptstrasse, weil ich mir eine Flucht einfach nicht versperren lassen wollte.

Ich richtete meinem Sohn ein Bettlager im Wohnzimmer ein und versuchte mich mit einem Fernsehprogramm abzulenken. Meine Gedanken und meine Kinder liessen das jedoch nicht zu. Immer und immer besprachen wir zu dritt, wie es wohl jetzt weiter gehen sollte, und wie wir reagieren würden, wenn er jetzt auftauchen würde.

Spät in der Nacht kam ich zu dem Schluss, das ich morgen früh der Institution Opferhilfe anrufen sollte, denn alleine wahr das nicht zu bewältigen.